| Kita-Gutscheine: Luzerns Erfahrung ist nur bedingt auf Bern anwendbar | ||
|
Leserbrief, erschienen im "Bund" vom 22. März 2011 Der Artikel
bringt genau auf den Punkt, weshalb Betreuungsgutscheine in Bern keinen
Sinn machen würden. Vielen Dank an die Bund-Redaktion für diese
Auslegeordnung. Die Rahmenbedingungen sind in Bern ganz anders als in
Luzern. Die Erfahrung aus dem Pilotprojekt von Luzern zeigt, dass fünf
Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Systemwechsel
auf Gutscheine Sinn macht. In der Stadt Bern sind vier dieser fünf
Faktoren nicht gegeben. Insbesondere ist die Nachfrage nach Plätzen
zu gross. Wenn ein grosser Teil der Kinder in Kitas betreut werden –
in Bern ist es über ein Drittel der Kinder – ist es sinnvoller,
mit den Betrieben wie bis anhin direkt Leistungsverträge abzuschliessen,
als für jeden einzelnen Platz einen Gutschein auszustellen. Der Verwaltungsaufwand
würde sonst immens. Eine andere Erkenntnis aus Luzern lautet: Ein
Systemwechsel macht keinen Sinn, wenn die Gemeinde bereits viele subventionierte
Betriebe hat. In Bern sind es fast 50 Betriebe (staatliche und private).
Diese alle auf ein neues System umzustellen, wäre eine riesige Umwälzung,
die viel Energie und Zeit kostet. Vieles, das bisher gut funktioniert,
würde verloren gehen. Zum Beispiel die zentrale Vermittlungsstelle,
die heute zwischen Eltern und Kitas vermittelt und dafür sorgt, dass
die Eltern möglichst schnell einen Platz nach ihren Wünschen
und Bedürfnissen erhalten. Ursula Marti, Stadträtin SP |
||
|
|
|